Dein Rechner wird oft nicht von allein langsam. Er wird durch Beiwerk ausgebremst, das du nie bestellt hast: vorinstallierte Zusatzprogramme, Hintergrunddienste, Assistenten und Werbung, die Speicher, Prozessor und Akku belegen, bevor du das erste Programm öffnest. Jedes Update legt etwas obendrauf.
Dazu kommt die Alterung per Software-Entscheidung. Als der Support für ein weit verbreitetes Desktop-System auslief, galten laut Deutscher Umwelthilfe weltweit rund 40 Prozent der PCs und Laptops als ungeeignet für den Nachfolger: etwa 400 Millionen Geräte und 700 Millionen Kilogramm Elektroschrott. Der Aufschub in der EU kam nach Kritik von Umwelt- und Verbraucherverbänden und wurde laut Berichten zuletzt bis Oktober 2027 verlängert. Die Frage ist damit nur verschoben. Kritiker nennen das geplante Obsoleszenz, die Hersteller verweisen auf Sicherheit und Hardware-Anforderungen.
Viele dieser Systeme senden standardmäßig Diagnose- und Nutzungsdaten an den Hersteller, und das lässt sich oft nur begrenzt einschränken. Für manche Updates und Funktionen verlangen sie ein Konto beim Hersteller, die kostenlose Support-Verlängerung in der EU war zum Beispiel daran gekoppelt. Dazu kommen KI-Assistenten, die in jedes Menü wandern und eine Cloud-Anbindung voraussetzen. So wird aus einem Gerät, das du gekauft hast, der Zugang zu einem Dienst, den du mietest.
Der Gegenentwurf passt in eine Tasche: ein ThinkPad E14. Es ist günstig, lässt sich öffnen, und das Wartungshandbuch ist frei verfügbar. Akku, SSD und je nach Generation auch der Arbeitsspeicher lassen sich tauschen oder erweitern, Tastatur und Bildschirm gibt es als Ersatzteil. Prüf vor dem Kauf im Datenblatt der jeweiligen Generation, was erweiterbar ist.
Mit Linux läuft es schnell, auch Jahre nach dem Kauf, weil im Hintergrund nichts arbeitet, was du nicht willst. Keine Zwangskonten, Updates, wann du willst. Für den Einstieg eignet sich Linux Mint, für Fortgeschrittene CachyOS. Und für fast alles gibt es freie Software: Firefox und Thunderbird, LibreOffice, GIMP, Krita und Inkscape, Kdenlive und OBS, KeePassXC und Nextcloud.
Dein PC gehört nur dir heißt: Du kannst ihn öffnen, reparieren, erweitern und weißt, was er tut. Swadeshi am Schreibtisch.
Quellen: Deutsche Umwelthilfe, Verbraucherzentrale NRW, netzwelt, t3n (Stand Oktober 2026)











