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09 // ERNÄHRUNG

Wer das Saatgut hat, hat die Macht

Seit Juli 2026 gilt in der EU die neue Gentechnik-Verordnung. Für die meisten Pflanzen entfällt künftig die Kennzeichnung, Patente auf Saatgut werden möglich. Warum samenfestes Saatgut und Tausch jetzt Selbstverteidigung sind.

Saatgut-Tüten für Tomate, Gurke und Salat neben frischen Tomaten

Am 17. Juni 2026 hat das EU-Parlament die neue Gentechnik-Verordnung (NGT) beschlossen, seit dem 16. Juli ist sie in Kraft, angewendet wird sie ab etwa Mitte 2028. Pflanzen, die konventioneller Züchtung gleichgestellt werden, brauchen künftig keine Risikoprüfung und keine Kennzeichnung auf dem Produkt. Beim Saatgut bleibt die Kennzeichnung, Bio bleibt gentechnikfrei.

Befürworter sprechen von Innovation und Klimaresistenz. Kritiker, darunter Bio-Verbände und selbst der Bauernverband, warnen vor Patenten auf Saatgut und vor wachsender Abhängigkeit von wenigen Saatgut-Konzernen. Wer nicht sieht, was auf dem Teller landet, kann auch nicht mehr wählen.

Swadeshi hieß bei Gandhi: Was du selbst herstellen kannst, kaufst du nicht. Für uns heißt das: samenfestes Saatgut, Saatguttausch, eigener Garten. Bei samenfesten Sorten gewinnst du die Samen selbst und sät sie wieder aus. Das kostet nichts und gehört niemandem außer dir.

Quellen: EU-Parlament (Abstimmung 17.06.2026), Tagesspiegel Background, ARCHE NOAH, AK Wien

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